| Das was keiner von mir weiß.... | |||||||
| "Da sieht man sofort dass das Mutter und Tochter sind!"... Das ist ein Satz den ich früher sehr häuftig gehört haben, wenn ich mit meiner Mama unterwegs war. Und klar, wir machten uns einen Spaß daraus und freuten uns über die angebliche Ähnlichkeit. Die dunklen Haare und manchmal auch der Haarschnitt waren ähnlich und so wäre wohl kaum ein Mensch auf die Idee gekommen, dass diese Beiden erst einen Monat nach der Geburt des kleinen Mädchens zueinander gefunden hatten. Nachdem eine Schwangerschaft aus unerklärlichen Gründen nicht funktionierte, aber der Kinderwunsch größer denn je war, betraten sie den langen Weg der Adoptionsbewerbung. Ein sehr langer und steiniger Weg, der nicht nur aus Bürokratie besteht sondern auch aus vielen Gewissensfragen und Untersuchungen. Ein älteres Kind wäre zwar auch kein Problem gewesen, aber ein Baby ist ja schon was schöneres. Warum keine eigenen Kinder möglich waren, Was schon unternommen worden ist, In welchen Verhältnissen man lebe, Wie hoch das Einkommen ist, Hat man vor das Kind über die Adoption auf zuklären?...Und viele viele andere Fragen müssen beantwortet und dokumentiert werden. Schließlich soll das Kind eine sichere Zukunft haben und Liebe und Geborgenheit erfahren. Meine Kindheit verlief allen in allem sehr glücklich. Südfrankreich Urlaube mit dem Wohnmobil, Sandburgen, Geschichten von Pippi und den Kindern aus Bullerbü, Liebe und Ehrlichkeit sind mir genauso gut in Errinnerung wie Streitereien und Missverständnisse. An dieser Stelle kann ich aber glücklicherweise auch das sagen, was vermutlich viele Erfahren haben: So unrecht haben Eltern gar nicht und sie wollen einem wirklich nichts böses. Nun ja, die Geburtstage vergingen. Mit einem Kinderbuch bekam ich eines Abends erzählt, dass es Kinder gibt die nicht aus dem Bauch der Mama kommen, sondern aus dem Bauch einer anderen Frau. Für mich waren die Umstände total unwichtig. Dem Mädchen aus dem Buch ging es gut, demnach konnte es nicht so schlecht sein. Also war es mir auch egal, dass es bei mir auch so sein sollte. Ohnehin begriff ich nicht was "Adoption" bedeuten sollte. Erst viele Jahre später kamen die Gedanken darann wieder hoch. Ih war mir sogar unsicher ob ich das nur geträumt hatte oder ob dieses Gespräch wirklich stattgefunden hatte. Abends kurz vorm einschlafen holten mich die Gedanken an die fremde Frau immer wieder ein. In der Phantasie vesuchte ich mir vorzustellen, dass es eine Frau dadraußen gibt, die mich mal zur Welt gebracht hat. Weiter gingen meine Gedanken erst in der Pupertät. Meine Beine waren mir zu dick, meine Haare zu wild, meine Augen zu grün und ohnehin wusste ich nicht recht wo oben und unten war. In der Schule lief es auch nicht besonders gut und ich hörte nur immer wieder aufs Neue, dass ich mich mehr anstrengen solte und das schaffen würde. Aber wer sagt mir dass ich das schaffen kann? Vielleicht bin ich ja garnicht so gut? Außerdem warum bin ich überhaupt so wie ich bin? |
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Zwischen zwei Leben Es schlossen sich wechselhafte Phasen an. Mal dachte ich darüber nach, mal intressierte es mich gar nicht. Nach dem ersten großen Verliebt sein, den ersten großen Entäuschungen und fehlgeschlagenden Beziehungen begannen sich meine Gedanken im Kreis zu drehen. Immer wieder die gleichen Fragen. Vielleicht bin ich ja garnicht beziehungsfähig?! Was ist eigentlich Liebe? Wem kann ich vertrauen? Bis dahin hatte ich keinem von meiner Adoption erzählt und stand auf weiter Flur alleine mit meinen Gefühlen. Vertrauen aufzubauen dauerte sehr sehr lange und die Angst jemanden zu verlieren war nicht weniger groß. Ich fand einfach kein Mittelmaß und fing mich an zu fragen, ob es was mit der Adoption zu tun hat. Kann es sein dass ein Säugling die Trennung der leiblichen Mutter doch speichert und fühlt? Ich fing an mir Gedanken über meine Herkunft zu machen. Da ich irgentwo gelesen hatte dass es auch Kinder von Prostituierten unter den Adoptierten gibt, baute ich das vermutlich vorbauend in meine Phanstadie ein. Ich steigerte mich hinein in Rolle des Kindes einer Frau die mit Männern nie aus Liebe zusammen war und akzeptierte es nicht beziehungsfähig zu sein. Liebe und Sex in einer Beziehung waren nie im Gleichgewicht. Dann stellte sich da noch sie Frage der Berufswahl. Meine jüngere Schwester wusste was sie werden wollte: Nämlich das, was Mama war: Kinderkrankenschwester. Aber was sollte ich werden? Ich kannte meine leibliche Mutter noch nicht einmal. Nichteinmal der Name war mir bekannt.Nur meinen ursprünglichen Namen hatte ich durch zufall auf einem Papier entdeckt. Es war zermürbend. Was schließlich das Fass zum überlaufen brachte, war mein eigenes Spiegelbild. Es war mir plötzlich so fremnd. Welche Augen guckten mich da an? Wer war das da im Spiegel? Über Internet versuchte ich stundenlang nach Informationen zusuchen. Wie komme ich an den Namen meiner Mutter? Das Stichwort lautete dann Geburtsurkunde/Abstammungsurkunde. Wild entschlossen machte ich mich also auf und besorgte im Radhaus meiner Geburtsstadt meine Abstammungsurkunde*. Ziemlich durcheinander fühlte ich mich, als ich den Namen meiner Mutter laß, und zum erstenmal wurde mir auch deutlich dass es einen Vater gibt, denn er war ebenfalls aufgeführt. In der nachfolgenden Zeit versuchte ich wieder über Internet, in Suchmaschinen und Personensuche Informaltionen über meine Mutter zu bekommen. Leider ergab sich nichts weiter. Trotzdem wollte ich nicht aufgeben. Dann endlich fand ich den nächsten helfenden Hinweis. Das Einwohnermeldeamt* sollte mir bestätigen wo meine Mutter nun lebt.Dort bekam ich telefonisch eine falsche Information und entschloss mich erst 4 Monate später doch zum Jugendamt zu gehen. -Dorthin, was ich immer versucht hatte zu umgehen. Durch das Jugendamt erfuhr ich dann ziemlich kurz und knapp dass meine Mutter schon verstorben war, es aber noch Geschwister gäbe. Darauf war ich nicht gefasst gewesen. Glücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt eine kleine Internetplattform gefunden die mir sehr half, und das Gefühl gab dass es noch sehr sehr viele Menschen gibt, die auch adoptiert sind und auf der Suche nach ihrer Herkunft. Der Austausch mit einigen Menschen von ihnen hat mir an dieser Stelle wirklich viel Halt gegeben weiter zumachen. Der nächste Schritt war nun die Suche nach meinen Geschwistern. Auch an dier Stelle konnte das Jugendamt* weiterhelfen. Sie verschafften mir Adressen und sorgten auch für ein Treffen. Und gaanz gaanz langsam, zwischen dem beakannt werden des Namens meiner Mutter bis hin zum ersten Telefonat mit meiner Schwester machte sich ein sehr merkwürdiges Gefühl in mir breit. Es wurde in mir ruhiger und dieser fremde Teil in mir schien langsam mit dem Anderen zusammen zuschmelzen. Nun ich denke ich werde nie alles wissen aber der lange Weg hat mich ein ganzes Stück näher zu mir gebracht. Und ich bin froh dass meine Eltern die Suche nicht versucht haben zu unterbinden oder Informationen zurück zuhalten, was auch nicht selbstverständlich ist-leider! Dies hier ist nur eine Geschichte von hunderten - meine Geschichte eben - jede einzelne Adoption sieht anders aus und so muss auch jeder selber seine Erfahrungen machen und auf die Suche geheen; wenn er sich dazu stark genug fühlt! Weiter und genauere Informationen über den Weg der Suche unter "Wurzelsuche" |
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